Bild 1(fvo) Kolping Diözesanwallfahrt auf dem Fahrenberg - Zeichen setzen – jetzt!

Kolping Diözesanwallfahrt auf dem Fahrenberg - Zeichen setzen – jetzt!

Fahrenberg (franz voelkl) „Ich freue mich, dass ich heute einen Termin hier in der Oberpfalz habe, bei dem ich die Menschen in ihrer Sprache verstehe – die meisten wenigstens“. Bei dieser Feststellung hatte ein Mann die Lacher auf seiner Seite, der über 500 Kilometer bis auf 801 Meter Höhe in die nördliche Oberpfalz angereist war.

Am Samstagnachmittag glich Waldthurn einem Belagerungszustand, als sich die Wallfahrer der Kolping Diözesanwallfahrt am Marktplatz trafen. Angeführt von Diözesanpräses Stefan Wissel und einem orange-schwarzen Kolping-Fahnenmeer, pilgerten sie betend zum Heiligen Berg der Oberpfalz. Die Feuerwehr Waldthurn sorgte für Sicherheit und brachte Pilger, die die 245 Meter Höhenunterschied unterschätzten, wohlbehalten zur Wahlfahrtkirche Mariä Heimsuchung. Als „Scout“ für den langen Zug fungierte Kolping – Bezirksvorsitzender Martin Zellner, für den es ein echtes Heimspiel war. Mit dabei auch Kolping Diözesanvorsitzender Josef Sander aus Abensberg. Imposant die Fanfarengruppe Tännesberg mit 21 Bläsern und Trommlern unter der Leitung von Reiner Dobmeier, die die Wallfahrer auf dem Fahrenberg begrüßte. „Das ist ein wahrlich fulminanter Empfang“, stellte Wissel sichtlich beeindruckt fest. „Ich freue mich, dass heute der Kolpingspapst hier auf dem Fahrenberg ist“, sagte der Diözesanpräses weiter.

Msgr. Ottmar Dillenburg, der Generalpräses des Internationalen Kolpingwerkes reiste von Köln an. Er wurde vor sechs Jahren in Rom mit großer Mehrheit der Delegierten aus vielen Ländern gewählt. „Ich komme in der Welt viel herum und erlebe vieles, was mir Mut macht“. Diese ergreifende Wallfahrt mache ihm Mut, sagte Dillenburg, der oberste Repräsentant des Internationalen Kolpingwerks mit über 400.000 Mitgliedern weltweit. Er sei das erste Mal hier auf dem Fahrenberg und beeindruckt von der schönen Landschaft und von den Menschen hier.

Zusammen mit Wissel, dem Waldthurner Pfarrer Marek Baron und dem Marktredwitzer Präses Josef Triebenbacher zelebrierte der „hohe Gast“ die Wallfahrtsmesse. Einmal mehr glänzte der Waldthurner Jugendchor „amicanti“ unter der Leitung von Manuela Grünauer und Monika Stahl. An die 50 Banner- und Fahnenträger hatten sich im Altarraum postiert, so dass der Fahrenberg - Mesner Josef Riedl fast kein Durchkommen aus der Sakristei in die Kirche gehabt hätte.

„So wie damals Adolf Kolping gilt es auch heute, die Nöte der Zeit zu erkennen und zu handeln – jetzt!“, sagte Dillenburg. Das Motto „Zeichen setzen – jetzt!“ stehe sehr plakativ über dieser Wallfahrt. Die Wallfahrer sollen das Salz und Licht der Erde sein und damit Zeichen setzten. Und zwar nicht irgendwann, sondern - jetzt. „Wir denken global und als Kolpingschwester und -brüder wollen wir auch global handeln“. Bei Adolf Kolping gab es kein „da kann man nichts machen, das bleibt so, das war schon immer so“. Er gab Beispiel für andere, sie sollen das Leben in die Hand nehmen und Schritt für Schritt etwas zu verändern und überall auf die Welt Gerechtigkeit zu bringen. Das Kolpingwerk verstehe sich mit der Nachfolge Kolpings als Teil der katholischen Kirche und sei an der frohen Botschaft Jesu Christi ausgerichtet. Demnach habe keiner das Recht auf Kosten anderer zu leben. „Alle, sind Kinder Gottes und sollen egal welcher Hautfarbe, Sprache, und Religion zu ihrem Recht kommen“. Kolping blieb nicht bei der Analyse, er packte an. Agieren auch wir jetzt und setzen unaufgefordert Zeichen die christlichen Werte und Ideale zu artikulieren. „Macht weiter und seid erfinderisch wie Kolping.

Nach dem Gottesdienst gab es vor der Kirche einen extra von der Brauerei Scheuerer aus Moosbach angesetzten „Gesellensud“ zur Stärkung der Pilger.