Nun hat die Pfarrei St. Sebastian Waldthurn ihren neuen Pfarrer Norbert Götz. Am Samstagabend hält er in der Pfarrkirche einen kompakten Begrüßungsgottesdienst. Viele Gläubige kommen in die Pfarrkirche und danach zum Empfang am Kirchplatz.

Zu Beginn empfing die Trachtenkapelle unter der Leitung von Josef Pflaum senior den neuen Pfarrer im Gotteshaus. Götz erzählte von einem Touristen und einem Mönch, die beide keine Möbel hatten, weil sie nur auf der Durchreise seien. "Wir sind alle auf der Durchreise in die Ewigkeit", sagte der Geistliche. Auch er persönlich. Aber in Waldthurn wolle er länger bleiben, auch wenn sein persönliches Hab und Gut samt Möbel noch nicht vor Ort seien.

"Ich bin der neue Pfarrer und bitte um Geduld, wenn ich mich am Anfang noch nicht so gut auskenne". Bei der ersten Zusammenkunft mit dem Waldthurner Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung stellte man fest: "Der Herrgott weiß schon was er tut. Lassen wir uns von Jesus die Richtung zeigen hier in der Pfarrei Waldthurn".

Anschließend versammelten sich viele Pfarrangehörige, um mit ihren neuen Pfarrer ein paar Worte zu wechseln. Schnell stellte man fest, dass er die Sprache der Region spricht. Die Trachtenkapelle überbrückte die anfängliche Zurückhaltung des Pfarrers und der Waldthurner. Auch die neue Pfarrhaushälterin Elisabeth Kodalle kam schnell mit den Einheimischen in Kontakt. Kirchenpfleger Max Kick begrüßte Götz. Die Kinder Anja Bocka, Bastian Bergler, Sophia Kleber und Julius Hornstein hießen den Geistlichen und seine Haushälterin mit einem Gedicht samt Blumenstrauß willkommen.

"Ich kann schon verstehen, dass es nicht einfach ist, hier nach Waldthurn zu kommen", meinte Bürgermeister Josef Beimler. Schließlich habe der Geistliche in Wutschdorf ein wunderschönes Pfarrhaus, einen herrlichen Garten mit Fischweiher und einen Blick auf den Johannisberg gehabt. "Wir freuen uns auf Sie und ich biete Ihnen als Bürgermeister jegliche Unterstützung an!". Götz meinte, der Tipp einer aus Waldthurn stammenden Wutschdorferin sei genau richtig gewesen, wenigsten einen Wintermantel und eine Wollmütze mitzunehmen. Ihm sei der Abschied aus seiner Pfarrei nicht leichtgefallen: "Ich musste freiwillig gehen". 41 Pfarreien wurden heuer neu besetzt - er habe keine ausgesucht, da er ja sowieso in Wutschdorf bleiben wollte. Von den restlichen 40 übriggeblieben Pfarreien hätte er Waldthurn genommen. "Ich hoffe, dass ihr mit mir auskommt, vielleicht sogar bis zur Pensionierung". Beim ersten Zusammentreffen habe Bürgermeister Beimler gesagt, dass auch er allein wegen der schönen Landschaft aus dem Freudenberger Ortsteil nicht weggehen würde. Da dachte ich mir: "Des is a gscheider Ma".

Nach Recherchen des ehemaligen Waldthurner Pfarrers Andreas Renner, die bis in das Jahr 15. Jahrhundert zurückgehen, handelt es sich nun bei Pfarrer Norbert Götz um "Götz den Vierten". Johann Michael Götz (1753), Michael Götz (1870) und Johann B. Götz, der von 1949 bis 1957 in Waldthurn wirkte, sind die Namensvorgänger.

Bild (fvo) Der Anfang ist gemacht: In der Begrüßungsmesse geht Pfarrer Norbert Götz auch auf seine persönliche Situation ein.

Bild (fvo) Pfarrer Norbert Götz begrüßte "seine Pfarrangehörigen"

Bild (fvo) Pfarrer Norbert Götz beim Empfang am Kirchplatz