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Waldthurn (franz voelkl) Seit sieben Wochen ist er Pfarrer in Waldthurn und hat sich bereits in die Herzen der Gläubigen vorgearbeitet. Bei der Installation wurde klar, welch enormer Verlust Pfarrer Norbert Götz für seine bisherige Pfarrei Wutschdorf darstellt. Viele waren aus dem Amberger Landkreis zum Fuße des Fahrenberg gekommen.

Vor der offiziellen Amtseinführung des neuen Waldthurner Pfarrers versammelten sich Abordnungen kirchlicher und weltlicher Vereine, Gremien sowie Bürgermeister mit Marktrat am Dreifaltigkeitsdenkmal. Angeführt von der Trachtenkapelle Waldthurn unter der Leitung von Josef Pflaum senior machte sich der imposante Kirchenzug zur Pfarrkirche St. Sebastian auf. Der neue Pfarrer öffnete die Kirchentür und durch das Spalier der insgesamt 14 Geistlichen, unter ihnen Dekan Alexander Hösl aus Vohenstrauß, betraten die 20 Ministranten und die vielen Gläubigen das Gotteshaus.

„Der Bischof hat uns wieder einen neuen Pfarrer gegeben“, freute sich Kirchenpfleger Max Kick zuvor am Eingang. Der Dekan verkündete am Kirchenportal, dass er den offiziellen Auftrag von Bischof Rudolf Voderholzer habe, dem neuen Pfarrer Norbert Götz die Pfarrei St. Sebastian Waldthurn anzuvertrauen.

Es zeigte sich ein beeindruckendes Bild, als sich die vielen Geistlichen samt dem Waldthurner Diakon Janusz Szubartowicz im Altarraum versammelten und die Installation zelebrierten. Mit dabei auch der Bruder des neuen Waldthurner Pfarrers, Michael Götz der in der Pfarrei St. Wolfgang in Eilsbrunn bei Regensburg ebenfalls als Pfarrer wirkt. Zelebranten waren auch die beiden ehemaligen Waldthurner Pfarrer der letzten 47 Jahre, BGR Andreas Renner (1970 bis 2000) und der

jetzige Stadtpfarrer von Maxhütte-Haidhof, Marek Baron (2000 bis 2017).

„Gestalten sie mit ihrem neuen Pfarrer die Gemeinde gemeinsam“, appellierte Dekan Hösl in der beeindruckenden Predigt an die Gläubigen. Möge Gott dem neuen Pfarrer aber auch der Pfarrgemeinde die nötige Empathie füreinander schenken. Die Gemeinde forderte Hösl auf, in das gemeinsame Boot der Gemeinde Jesu mit einzusteigen und auch weiterhin ihre Pfarrgemeinde aktiv zu gestalten. Er wünschte sich, dass der neue Pfarrer ebenso wohlwollend aufgenommen wird, wie dies beim bisherigen Marek Baron in all den Jahren gewesen sei, mit seinen Stärken und seinen Schwächen.

Die Auffrischung des Weiheversprechens war schließlich der wichtigste offizielle Akt der Installation von Pfarrer Götz. „Es geht nicht darum, von allen geliebt zu werden, sondern den Glauben an den dreifaltigen Gott zu verkünden“, ergänzte Hösl.

Der evangelische Pfarrer Norbert Schlinke aus Oberviechtach, der derzeit auch für die evangelische Kirchengemeinde Vohenstrauß tätig ist, richtete einige Worte an den „Nachbarpfarrer“ und wünschte ein gutes ökumenisches Miteinander.

Der Kirchenchor Waldthurn und vier jungen Bläser sowie Georg Schmidbauer an der Orgel umrahmten unter der Leitung von Josef Müllner den Installationsgottesdienst in der überfüllten Kirche. Die neue Pfarrhaushälterin Elisabeth Kodalle erhielt vom Dekan Begrüßungsblumen.

 

Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrheim konnte der große Saal die vielen Einheimischen aber auch die „traurig dreinschauenden“ Gäste aus Wutschdorf kaum fassen. Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Bergmann versicherte, dass man ihren ehemaligen Pfarrer gut behandeln werde.

Kirchenpfleger Kick zitierte den Spruch aus der goldenen Zeit Waldthurns mit den Lobkowitzern: „Wenn einer vom Himmel fällt und er fällt ins Waldthurner Ländchen, so hat er nichts eingebüßt.“ Er ist sich sicher, dass der neue Pfarrer nach der Eingewöhnungsphase in einigen Jahren diese Aussage nachvollziehen könne.

Bürgermeister Josef Beimler hoffte, dass Götz bald merken werde, dass der Weinberg in Waldthurn nicht schlecht sei und auch dort gute Weinreben wachsen.

Viele Gemeinsamkeiten

„Der Pfarrer von Wutschdorf kommt nicht in den Himmel, weil er dort schon das Paradies auf Erden hat“, sei eine vielzitierte Feststellung meinte Götz mit einem Augenzwinkern. Nachdem er aber in den Himmel kommen wolle, musste er aus diesem Paradies raus. In seiner heiteren Ansprache fand er überraschende Ähnlichkeiten zwischen den beiden Orten Wutschdorf und Waldthurn.

Die Ortsnamen beginnen mit „W“, die Postleitzahlen für Wutschdorf - 92272 und Waldthurn - 92727 und auch die Wutschdorfer Telefonvorwahl 09627 sei der Waldthurner Vorwahl 09657 zum verwechseln ähnlich. Sein komödiantisches Talent offenbarte der Geistliche, als er erzählte, wie er den Waldthurner Bürgermeister kennengelernt hatte. Im „Originalton Beimler“ imitierte er die ersten Aussagen des Waldthurner Rathauschefs.

Schließlich verglich Götz sein Dasein in Waldthurn mit einer oft in früheren Zeiten „gekuppelten“ Hochzeit, die von den Familien arrangiert wurden, weil „die Bauernhöfe gut zusammenpassten“. Diese Ehen seien oft auch sehr glücklich geworden. „Ich danke für die freundliche Aufnahme und wenn ihr es weiter gescheit macht, dann halte ich es auch vielleicht bis zur Pensionierung hier aus“, versprach er amüsiert.

 

 

 

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