Obwohl erst am Montag, 25. Juli das Fest des Heiligen Jakobus sei, wolle man tags zuvor das Patrozinium der Filialkirche feiern. Der Apostel folgte unerschrocken und furchtlos Gott. Die Lesung sprach der Kommandant der Lennesriether Feuerwehr Georg Wittmann. „Mögen sie Meeresfrüchte?“, fragte der Geistliche in seiner Predigt und gestand, dass er kein besonders großer Freund dieser Speisen sei. Die Jakobsmuschel sei nach dem Heiligen benannt und habe einen festen Platz, sei ein Pilgerzeichen in der Kulturgeschichte. „Die Muschel wurde als Schöpf- und Trinkgefäß auf den Weg nach Santiago de Compostella benutzt“. Die Muschel stehe für das Pilgern zu Gott. Jakob wolle die Menschen in Bewegung bringen zu Gott. Als Patron der Pilger werde der Heilige Jakob mit einem Pilgerstab dargestellt. „Dieser Pilgerstab gibt uns Halt auf unserer Lebensreise. Im Rucksack des Lebens könne man Glaube und Hoffnung mit der Trinkmuschel vergleichen. Die vielen Vögel in den Bäumen des Kirchplatzes stimmten ein fröhliches Festtagsgezwitscher an, das durch die geöffneten Türen in das Gotteshaus drang und die Festmesse besonders untermalten.

Anschließend schloss sich ein zünftiger Jakobifrühschoppen mit der Trachtenkapelle Waldthurn beim Schützenhaus an. Neben der schmissigen Musik gab es vorzügliche Unterhaltung und einige Männer inklusive Dorfsprecher Werner Ertl klopften einen Schafkopf.

Am Nachmittag sorgte dann einmal mehr der Haf Kare und Andreas Augustin mit ihrer Musik aus den 70er Jahren für die nötige Stimmung.

Reißenden Absatz fanden die von den Lennesriether Dorffrauen gebackenen 32 Brote, die riesigen Zwiebelkuchen, Schmierkuchen und Schnittlauchbrote. Obwohl die 88-jährige ehemalige „Dorfbäckerin“ Maria Klos sich nicht direkt an der Arbeit am Fest beteiligen konnte, ließ sie es sich nicht nehmen, in der heimischen Küche den Schnittlauch für sämtliche Brote „fachfrauisch“ und genau zu schneiden.

Elnora Aliyeva, eine in Waldthurn wohnende Frau aus Aserbaidschan unterstützte die drei Dorffrauen Lisl Kleber, Sieglinde Ertl und Marianne Pausch bei ihrer Arbeit am alten Holzofen am Veithof. Nicht zu vergessen die Dorfjugend, die den Service am Fest engagiert übernahm.

 
Bild (fvo) Jedes Jahr ist der Kirchenzug an Jakobi ein besonders erhebender Anblick für die Gläubigen, die zum Patrozinium der Filialkirche nach Lennesrieth kommen.