Waldthurn (fvo) Bei diesem Samstagabendgottesdienst herrschte eine gedrückte Stimmung – die Zeichen standen auf Abschied. „Die Ära hier in Waldthurn geht zu Ende – jetzt beginnt die Ära Urlaub“, sagte der polnische Pfarrer Janusz Kropiewnicki bei seiner „Abschiedsmesse“ und anschließendem Stehempfang am Kirchplatz.

Dem Urlaubspfarrer, der seit 1988 nach Waldthurn gekommen war, schlug eine Welle der Wertschätzung entgegen. Am Ende des Gottesdienstes applaudierten die vielen Gläubigen spontan dem sympathischen Polen. Mit einem Kirchenzug begleiteten die Vereine und Abordnungen sowie die Trachtenkapelle Waldthurn den aus dem polnischen Tymawa stammenden Geistlichen zum Gotteshaus. Unter den Orgelklängen des Organisten Johann Feiler zog Kropiewnicki mit Diakon Janusz Szubartowicz, Pfarrer Marek Baron befand sich noch im Urlaub, in die Pfarrkirche ein. „Diese fast 30 Jahre waren für mich eine Gottesgabe“, resümierte der Geistliche. „Danke Gott, dass du mir hier eine Heimat gegeben hast“, sagte der Priester. Heimat sei nicht nur dort, wo man aufgewachsen ist, sondern auch dort, wo man angenommen sei, verstanden werde und Nähe spüre.

Josef Pflaum, der Sohn des ehemaligen Waldthurner Mesners und verstorbenen Freundes von Pfarrer Janusz, Josef Pflaum senior, leitete den Jugendchor amicanti. Die junge Stimmen untermalten den Abschiedsgottesdienst musikalisch.

Kropiewnicki dankte allen, die ihn in den letzten fast 30 Jahren in Waldthurn begegnet sind. Angefangen von den Geistlichen Pfarrer Andreas Renner, Pfarrer Marek Baron bis hin zu den Ministranten und den Reinigungsfrauen der Kirche, wobei er auch alle Verstorbenen wie Pfarrer Joseph Greil nicht vergaß.

Beim anschließenden Stehempfang am Kirchplatz rechnete Kirchenpfleger Max Kick vor, dass 29 Jahr mit jeweils 3 Wochen Urlaubvertretung doch rund eineinhalb Jahre Wirken in Waldthurn seien. „Ich würde mir wünschen, dass der Herrgott mehr Bodenpersonal wie Sie schicken würde“, würdigte ihn Bürgermeister Josef Beimler auch im Namen der Vereinsgemeinschaft. Kropiewnicki habe in Waldthurn einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Rathauschef überreichte zusammen mit den Kirchengremien ein von Dr. Nikolaus Globisch gemaltes Bild von Waldthurn und einen Laptop, damit der polnische Geistliche auch von der Ferne aus die Geschehnisse in Waldthurn verfolgen könne.

 
Bild (fvo) von links: Diakon Janusz Szubartowicz, Kirchenpfleger Max Kick, Pfarrer Janusz Kropiewnicki, Bürgermeister Josef Beimler, Marktrat Michael Steiner und 2. Bürgermeister Roman Bauer