Nach Abschluss der umfangreichen Innenrenovierung fand die Weihe des neuen Volksaltars der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Fahrenberg durch Bischof Rudolf Voderholzer statt.

Haus des barmherzigen Vaters

Fahrenberg   „Diese feierliche und imposante Altarweihe durfte schon mal mehr als zwei Stunden dauern“, resümierte ein Wallfahrer am vergangenen Sonntag auf dem Fahrenberg. Bischof Rudolf Voderholzer stimmte dieser Feststellung gerne zu.

Nach Abschluss der umfangreichen Innenrenovierung fand die Weihe des neuen Volksaltars der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Fahrenberg statt.

Herzliche Willkommen

An der Buchberger Halle spielte die Trachtenkapelle Waldthurn einen Willkommensmarsch. Mädchen und Buben der Grundschule hatten trotz Ferien ein Lied einstudiert, begrüßten den „hohen Besuch aus Regensburg“ mit einem Gedicht und überreichten einen Willkommensblumenstrauß. Sowohl der einheimische Pfarrer Marek Baron, Schulleiterin Tanja Willax-Nickl als auch Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler, alle strahlten mit der Sonne um die Wette.

Anschließend zog der große Kirchenzug, angeführt von Voderholzer in das neurenovierte Gotteshaus.

 Pfarrer Baron begrüßte den bischöflichen Würdenträger als Hauptzelebranten. Dekan Alexander Hösl, Waldthurns ehemaliger Pfarrer Andreas Renner, Stiftskanonikus Konrad Dobmeier, Pfarrer Albert Hölzl und der Regensburger Domvikar Harald Scharf zelebrierten die Pontifikalmesse mit. Neben Diakon Walter Bachhuber vom bischöflichen Seelsorgeamt Regensburg war es auch für den Waldthurner Diakon Janusz Szubartowicz eine Ehre, bei der Altarweihe mitzuwirken.

„Wo der Bischof ist, ist die Kirche“, meinte Baron einleitend.

Blick in die Heimat der Mutter

Voderholzer sagte, er sei gerne auf den Fahrenberg gekommen. „Die Friedensmadonna auf der Wallfahrtskirche blickt nach Osten in die Heimat meiner Mutter“. Gerne sehe er die vielen Vereinsabordnungen mit ihren bunten Fahnen, die Farbe in das Leben bringen. Durch die Altarweihe werde diese Kirche wieder das Haus des barmherzigen Vaters, bekommt wieder eine Mitte. Der ursprüngliche Sinn des Altars, der aus gewachsenen Stein ist, sei die Verwendung als Opferstätte, was oft belächelt werde. „Dieser Altar wird heute in diese Kirche aufgenommen und macht sie zum Festsaal“. Er dankte allen, die bei der Innenrenovierung tätig waren. Angefangen vom Architekten, den Arbeitern bis hin zu den Künstlern, die den Altar aus Flusskiesel kreiert haben.

Altarweihe ein erhebendes Erlebnis

Viele der Gläubigen in der überfüllten Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung hatten bisher einer Altarweihe noch nicht beigewohnt – es wurde ein feierliches Erlebnis.

Der Bischof setzte den Behälter mit Reliquien des Heiligen Wolfgang, der Heiligen Anna Schäffer und der Heiligen Aurelia unterhalb des Altartisches in den neuen Volksaltar. Steinmetz Alfred Neumann aus Bad Wörishofen, der den Altar hergestellt hatte, verschloss vor Ort das Reliquiengrab.

 
 
Der geistliche Würdenträger besprengte den Altar mit Weihwasser, salbte die gesamte Oberfläche des neuen Volksaltar sehr ausgiebig mit Chrisam und endzündete an der Osterkerze die vier Kerzen mit Weihrauch an den Altarecken.
Auf eine Schale in der Mitte des Altars mit glühenden Kohlen legte Voderholzer ebenfalls Weihrauch. Nach dieser Zeremonie räumten die drei Waldthurner Pfarreimesnerinnen Maria Glatter, Elisabeth Käs und Sieglinde Ertl professionell die Kerzen- und Weihrauchreste ab, säuberten den „neuen Kirchenmittelpunkt“ und platzierten Altartuch, Kerzen sowie Blumenschmuck.

Der Kirchenchor Waldthurn und Orchester umrahmten die Pontifikalmesse mit der Greimhartinger Messe unter der Leitung von Josef Müllner und Georg Schmidbauer an der Orgel.

Eintrag in Goldenes Buch

Nach der kirchlichen Feier gab die Trachtenkapelle Waldthurn ein fröhliches Standkonzert und Bischof Voderholzer trug sich in das Goldene Buch der Marktgemeinde Waldthurn ein. „Heute ist auch ein Fest für die weltliche Gemeinde“ schwärmte Bürgermeister Josef Beimler.

Kirchenpfleger Max Kick sprach über die Bedeutung des Fahrenberg als „Magnet für die Gläubigen der nördlichen Oberpfalz“. Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Bergmann dankte unter anderem für die Großzügigkeit der Bevölkerung, die mit ihrem Engagement den Fahrenberg unterstützt.

Kindersegnung am Nachmittag

„Eltern dürfen jederzeit ihre Kinder selbst segnen“, munterte Voderholzer die anwesenden Eltern und Großeltern bei der Kindersegnung auf. Gott halte die Hand über alle, egal was kommen mag. „Der Bischof leiht Gott seine Hände für den Segen“ meinte er sehr volksnah und nannte einige überraschte Kinder beim Namen und holte die doch etwas verdutzt zum Altar.