Bild (fvo) Beim "Visitationsgottesdienst" in der Pfarrkirche. Von links: Diakon Janusz Szubartowicz, Regionaldekan Manfred Strigl, der Direktor des Exerzitienhauses Johannisthal und Pfarrer Norbert Götz.

Waldthurn (franz voelkl) „Er besucht uns, um nach dem Rechten zu sehen“, sagte Pfarrer Norbert Götz am vergangenen Dienstag beim „Visitationsgottesdienst“ in der Pfarrkirche. Regionaldekan Manfred Strigl, der Direktor des Exerzitienhauses Johannisthal war zur großen Pfarrvisitation gekommen, um keine Gebäude oder Bücher, sondern den Zustand der Seelsorge zu begutachten. Strigl dankte allen für den Einsatz in der Pfarrgemeinde, das vielseitige Engagement in den Gremien und das gelebte Glaubenszeugnis. "Tragen wir Jesus im Herzen und schöpfen daraus Hoffnung", betonte der Regionaldekan bei der Messe, die auch Diakon Janusz Szubartowicz mitfeierte. Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Bergmann sprach die Lesung und die Fürbitten. Imponierend die musikalische Begleitung des Organisten Georg Schmidbauer und der jungen Sängerinnen Magdalena Kraus, Sophia Mäckl, Alexandra Jaworski (Gitarre), Annelie Kraus und Maria Voith (E-Piano).

Der Besucher war vom Innenleben der Pfarrkirche begeistert und nannte den Pfarrpatron den Heiligen Sebastian ein Beispiel an Standhaftigkeit.

„Vergelt`s Gott, was Sie hier in der Pfarrei einbringen. Bitten wir Gott um Kraft für die Liebe und die Hoffnung, dass wir in seinen Augen ´Mehrwert´ sind“. Eine zentrale Aussage des „hohen Gastes“ war schließlich die Feststellung, dass das Vergleichen das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit sei. Der Heilige Sebastian sei damals mit Pfeilen beschossen worden. „Im Stillen geht es uns so wie ihn. Auch heute werden wir als Christen angeschossen, belächelt und in eine Ecke gestellt“. Dies gebe es in großem Umfang beispielsweise in Afghanistan, Nordkorea oder auch in Indien. Aber auch in der Familie gebe es Pfeile. „Habt die Kraft, den Schneid und das Stehvermögen dagegen anzukämpfen und haltet in euren Herzen Christus den Herrn heilig“, appellierte er an die Gläubigen.

Gedankenaustausch

In einer Gesprächsrunde mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats und der beiden Kirchenverwaltungen Waldthurn und Lennesrieth fand im Pfarrheim ein konstruktiver Gedankenaustausch statt.

Einen "guten Eindruck" haben laut Strigl die schriftlichen Berichte hinterlassen, die Kirchenpfleger und Pfarrgemeinderatssprecherin schon im Vorfeld abgegeben hatten. „Die letzte Visitation in der Pfarrgemeinde war im Februar 2006“, erklärte der Redner. Pfarrer Götz konnte sich in den letzten fünf Monaten in Waldthurn akklimatisieren. Kirchenpfleger Max Kick erläuterte die umfangreichen Renovierungsarbeiten in der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg und kritisierte, dass trotz der erbrachten Leistungen noch immer nicht alle Rechnungen der Firmen eingegangen sind. „Dies blockiert neue Vorhaben wie die Sanierung des Pfarrheims“. Bei der persönlichen Vorstellung wurde von den Gremiumsmitgliedern immer wieder die positive, angenehme und konstruktive Zusammenarbeit mit Pfarrer Götz hervorgehoben. Die Teilnehmer sprachen von einer lebendigen Gemeinde, die gut zusammenhält und stellten fest, dass die Fahrenbergwallfahrt boomt. Der Gottesdienstbesuch auch an Werktagen habe zugenommen. Herausgestellt wurde, dass die Predigten des Pfarrers klar strukturiert seien und von Jung und Alt verstanden werden. Götz übertrage seine innigste Glaubensüberzeugung an die Gläubigen, besuche auch ältere Pfarrangehörige regelmäßig und entfache so bei allen ein Feuer für die Kirche. Allerdings bestehe bei Kindern und Jugendlichen schon noch Spielraum nach oben und man müsse im Positiven um die jungen Menschen ringen. Besonders habe man auch registriert, dass der neue Pfarrer am Geschehen der weltlichen Gemeinde teilnimmt. Strigl meinte, man müsse den „Neue Besen kehren gut“ – Effekt durch den neuen Pfarrer auch eine innere, dauerhafte Anbindung schaffen. „Sie haben einen guten Blick auf ihre neue Pfarrei“, meinte der Regionaldekan.

Einig waren sich alle, dass Kirche eine Kraftquelle auch in Sachen Tradition sei. „Was nicht gepflegt wird verfällt“. Gemäß Strigl müsse man gerade jetzt die Kirche beleben, um den Papst zu stärken.

Laut Kirchenpfleger Kick sei der Bevölkerungsrückgang in der Marktgemeinde, der sich auch auf die Pfarrei auswirkt, teilweise auf fehlende Bauplätze zurückzuführen. Das neue Baugebiet werde durch die Genehmigungsbehörde blockiert.

Abschließend stellte Strigl fest, dass die Gläubigen in dieser Pfarrei durch den Fahrenberg weithin leuchten. „Seien Sie Anziehungspunkt und Heimat für andere und nehmen Sie die Impulse ihres Pfarrers auf“.